Mittwoch, 22. September 2021

Auf jeden Fall ein Wiedersehen


Hallo ihr Lieben, ☀️

heut scheint die Sonne hier überraschenderweise sehr warm für Ende September und wir haben 18 °C – was normalerweise totale Sommertemperaturen sind. Und da dachte ich, heut wäre doch ein schöner Tag, um mich noch ein letztes Mal zu melden bevor ich den Heimweg antrete.

Vorletztes Wochenende hatte ich zwei liebe Besucher hier in Waterford (1) und wir hatten eine wunderbare Zeit! Meine Mama und meine Schwester, Lotte, haben mich für ein paar Tage über das Wochenende besucht.



Am Freitag haben wir uns kurz gesehen, bevor ich zu einem Abendessen musste mit wichtigen Geldgebern der Forschung aus England. (Sozusagen ein Pflichttermin zum Kontakteknüpfen). Am Samstagvormittag konnte unsere Zeit dann jedoch beginnen und wir sind mit dem Mietauto nach Wexford gefahren. In Wexford steht der zweit älteste noch in Betrieb stehende Leuchtturm der Welt – Hook Lighthouse (2). Er steht an der Spitze einer Landzunge an Irlands Südküste in einer wunderbaren Landschaft aus Gras auf der einen und rauen Felsen auf der anderen Seite. Wir hatten total Glück mit dem Wetter und auch wenn es natürlich etwas windig war, hat die Sonne uns den größten Teil des Nachmittags begleitet. Von der Küste am Leuchtturm konnten wir auf den Küstenstreifen schauen, hinter dem auch Waterford liegt. In der Ferne konnten wir die Häuser von Dunmore East (4) ausmachen und beschlossen, dort als nächstes hinzufahren. 


 So "cool" (und peinlich) wie wir war da weit und breit keiner xD 




Auf dem Rückweg nach Waterford (man muss zwangsläufig über Waterford fahren, um nach Dunmore East zu kommen – siehe Karte) haben wir noch in Tintern Abbey besucht, ein altes Zisterzienser Mönchskloster, was auch an der geschwungenen Küste des Südens liegt. Es war ganz hübsch anzusehen und wir sind auch noch an den kleinen Wasserlauf spaziert, der aber gerade „trocken lag“ durch die Ebbe. Das war eine schöne Gelegenheit, die Beine zu vertreten und etwas in der Sonne zu spazieren und Fotos zu machen. 😊 Außerdem haben wir in New Ross auf dem Weg  Abendbrot gegessen und uns das Schiff Dunbrody von außen angesehen. Es wurde damals während der Hungersnot gebraucht, um Iren nach Amerika zu verschiffen, weil die Kraut- und Knollenfäule in Ireland fast alle Kartoffelernten zerstört hat. Für eine Tour war es allerdings schon zu spät und außerdem hatten wir ja auch noch ein anderes Ziel. Also ging es weiter nach Dunmore East.


Tintern Abbey im Hintergrund


Das Schiff Dunbrody



Die "ewige Flamme" in New Ross.... die gerade wegen eines technischen Defekts aus war. Das mussten wir natürlich festhalten.
 Mit Livemusik aus dem Strandrestaurant im Ohr, stürzten sich die mutigen Mädels (ich nicht – ich war schon) in die kalten Fluten des Nordatlantiks mit dem Blick auf den Leuchtturm, vor dem wir noch vor wenigen Stunden gestanden hatten. Das war ein toller Abschluss eines tollen und erlebnisreichen Tages.
Dunmore East - ein sehr schöner kleiner Ort an der Küste

Im Hintergrund kaum auszumachen Hook Lighthouse




Sonntag haben wir es locker angehen lassen und nach einem entspannten Kaffee und einem Besuch im Mittelaltermuseum sind wir nach Tramore zum Strand gefahren. Nach einem leckeren Mittagessen und einem Strandspaziergang mit Steinesammeln sind wir am Abend dann in ein indisches Restaurant in Waterford gegangen, wo es wirklich sehr lecker war. Es hat den ganzen Tag geregnet, aber wir hatten trotzdem Spaß. Danach mussten wir uns leider schon wieder verabschieden, da ich ja Montagmorgen schon wieder arbeiten musste und die Mädels sich wieder nach Dublin zum Flieger begeben mussten. Es war aber ein wundervolles Wochenende und ich hab‘ mich sehr über den Besuch gefreut.😊




Ansonsten habe ich auf Arbeit noch einmal einen Endspurt hingelegt, um die restlichen Analysen und  statistischen Auswertungen fertig zu bekommen und keine unerledigten Datensätze zurückzulassen. Meine Chefs und Mitarbeiter scheinen darüber sehr erfreut zu sein und haben schon kundgetan, dass sie mich vermissen werden. Nicht zuletzt wegen meiner freudigen Bereitschaft, mich durch Berge von Excel Dateien zu kämpfen und ellenlange Tabellen mit Formeln und Zellbezügen zu erstellen.😄 Mir hat die Arbeit sehr viel Spaß gemacht und John (mein Chef und Professor) lässt keine Gelegenheit verstreichen, mir zu sagen, dass Cambridge doch egal ist und ich einfach bleiben soll :D Ich werde darüber nachdenken... (nicht) 😄

Vier Tage. Vier Tage bin ich jetzt nur noch hier und die Zeit ist wirklich wie im Flug vergangen. Und ich weiß auf jeden Fall, dass das nicht das letzte Mal war, dass ich hier in Waterford war. Das Institut besuche ich auf jeden Fall nochmal und wer weiß – vielleicht führt mich die Arbeit ja auch irgendwann mal wieder länger her. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf, wieder auf die grüne Insel zu reisen. 🍀🌈💚

Nächste Woche bin ich ein paar kurze Tage in Deutschland bevor ich mein nächstes Abenteuer in Cambridge antrete. Ich melde mich dann auf jeden Fall wieder. Bis dahin.

J






Donnerstag, 26. August 2021

Irland - eine Weile später

 Hi ho, 

da ich noch niemandem von diesem Blog erzählt habe, muss ich auch kein schlechtes Gewissen haben, dass ich ewig nichts mehr gepostet habe. :D Ich bin sehr in die Arbeit, die Planung meines nächsten Semesters und anderer Bürokratie eingebunden, sodass ich kaum Zeit und Lust finde, mich auch noch für die wenige freie Zeit vor den Bildschirm zu klemmen. 

Was die vergangenen anderthalb Monate angeht, habe ich nicht unheimlich viel machen können. Entweder wegen des Wetters oder wegen der fehlenden Zeit. Vor ca. einem Monat habe ich mir ein Fahrrad gekauft, um hier flexibel zu sein und das war eine wirklich gute Investition muss ich sagen. Ich bin gleich vom Fahrradladen direkt die 40 min zur Küste gefahren, um endlich mal raus zu kommen. Es war der letzte warme Tag, den wir für ein paar Wochen haben sollten und so hat sich das richtig gelohnt. Seit Ende Juli ist es diese Woche das erste mal wieder warm. Ich bin also froh, gefahren zu sein. Der Strand in Tramore ist schön lang und wird immer leerer, je weiter man von der Promenade und den Touristenattraktionen wegläuft. Ich war sogar baden! Auch wenn es grad Ebbe war und ich etwas weit laufen musste zum Wasser, war es doch echt schön und nicht so kalt wie ich gedacht hatte. Es war das erste Mal seit einem Jahr für mich, im Meer baden zu gehen und ich fand es sehr schön. Nach dem Baden und einer ziemlich teuren, aber enttäuschenden Portion Fish'n Chips, bin ich mit dem neuen Fahrrad wieder nach Hause gefahren und dann total tot ins Bett gefallen nach 30 km Fahrrad fahren mit sehr sehr steilen Anstiegen und 10 km Strandspaziergang. 

Der Strand in Tramore

Ein toller Nachmittag mit viel Sonne


Den Abend danach am Hafen in Waterford



Cahir Castle
Ein paar Wochenenden später, bin ich mit dem Bus in eine kleine Stadt mit einer schönen Burg gefahren, aber es hat viel geregnet und war auch kein sonderlich aufregender Tag, aber etwas Entspannung und viel Laufen und ein schöner Roadtrip mit dem Bus durch das grüne Irland.


Ansonsten war das einzig aufregende in letzter Zeit, ein Wochenendausflug zu einer Bekannten nach Tipperary. Ich habe sie besucht und wir haben das Wochenende damit verbracht, zu einem "Bergsee" zu spazieren, im lokalen Pub ein paar Bierchen zu trinken und vor allem viel zu entspannen und Tee zu trinken. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, also rede ich nicht viel, sondern zeige euch einfach einige Fotos von dem Wochenende :)





 

 

















Neben den gelegentlichen Ausflügen, arbeite ich natürlich viel. Anfang August habe ich am NRCI (Nutrition Research Centre Ireland) vom Waterford Institute of Technology mein Praktikum begonnen. Worum es da genau geht, darf ich nicht sagen, aber im Groben geht es um Alzheimer und dessen Früherkennung. Das Haus, in dem wir arbeiten ist ein total cooles altes Haus und sieht ganz anders aus, als alles, was ich sonst so in der Forschung gewöhnt bin. Es ist definitiv das genaue Gegenteil der Charité, wo ich ja als letztes im Labor war. Ich zeig euch einfach mal den Warteraum für Patienten und den Meetingraum meiner neues Arbeitsstätte. Ein richtig toller Fakt: Ich habe einen eigenen Schreibtisch. :D Yay. Für mich ist das eine dieser Kleinigkeiten, die mich unheimlich erfreuen, weil sie nicht selbstverständlich sind für ein Praktikum...oder überhaupt für ein kleines unfertiges Forscherwesen :D 
Unser Meetingraum


Das Wartezimmer für Patienten
     


Trainieren wollte ich hier eigentlich wieder in dem Karateverein, in dem ich schon das letzte Mal trainiert habe. Leider sind Irlands Coronagesetze noch dümmer als die von vielen anderen Ländern und man darf sich hier zwar mit so vielen geimpften Haushalten wie man will, treffen und auch Hochzeiten mit 100 Leuten in Innenräumen stattfinden lassen, in den Pub gehen, kleinere Konzerte besuchen und ins Fitnesstudio gehen, aber KARATE?? Nein! Das geht nicht. Niemals. Nicht mit Abstand, nicht mit Test, nicht mit Impfung - unter keinen Umständen kann das die irische Regierung zulassen. Find ich unfair. Alles andere ist erlaubt. Nur das nicht. Naja... so haben wir zwei mal die Woche (wenn denn das Wetter mitspielt) am Strand Training. Das kann auch mal ganz schön sein, aber auf die Dauer macht das keinen Spaß, ist kalt, fällt oft wegen Dauerregen aus, ist super weit weg und findet seltener und kürzer statt als das ursprüngliche Training (u.a. wegen des Sonnenuntergangs, der jetzt früher und früher ist...logisch.). Ich hab an einem schönen sonnigen Trainingstag aber mal ein Foto machen können. 


Wie es aussieht wird sich die Regelung nicht ändern bis ich hier wieder abreise und das ist schon ziemlich schade, aber ich kann mich darüber natürlich konstant aufregen...oder ich lasse es und freue mich darüber, dass ich wenigstens ein paar Mal die Woche am Strand bin :-) Wenn auch nur zum Training mit viel beißendem Wind, kalten Füßen und matschigem Sand. Immer schön positiv bleiben.



So, das reicht jetzt auch mal wieder als Update. 
Ich melde mich bestimmt nochmal bevor ich wieder abreise....hoffentlich...möglicherweise :D

Bis denne, 
Johanna

Sonntag, 11. Juli 2021

Irland - Der Anfang...

 Ich schreibe nur kurz. Es ist spät. Und ich bin in höchstem Maße fertig und nicht sehr begeistert...
Es ist kalt und es ist nass - kurz gesagt, es ist so richtig irisch hier. Die Heizung in meiner neuen Behausung ist nicht an, weil einer der Mitbewohner lieber kein Gas bezahlen möchte, weil es ihm ja "warm genug sei". Demnentsprechend sind alle Fenster bei 16 Grad sperrangelweit offen und die Heizung ausgeschalten. Die Waschmaschine geht auch nicht. Die Dusche auch nicht. Und zu allem Übel, nach dem ich eeendlich hier angekommen bin, waren auch alle Läden zu, in denen man Decke und Kissen kaufen könnte. Die ich natürlich nicht gestellt bekomme...Also werde ich mir jetzt - à la Zwiebel - eine Menge übereinander anziehen und es mir in einem Handtuch gemütlich machen. Morgen früh schnell Decke, Kissen, Laken etc und was zu essen kaufen und dann kann ich meine Quarantäne antreten. 

Irgendwann mehr. Ich muss hier erstmal ankommen. 
Liebe Grüße

J